Die Pubertät ist eine Phase extremen Wachstums: Jugendliche legen in wenigen Jahren bis zu 20 cm an Größe und 20–30 kg an Gewicht zu. Dieses Wachstum erfordert eine erhöhte Proteinzufuhr, da gleichzeitig Knochen, Muskeln, Organe und Bindegewebe aufgebaut werden. Sportlich aktive Jugendliche haben einen noch höheren Bedarf, da das Training zusätzliche Anforderungen an die Proteinversorgung stellt.
Viele Teenager ernähren sich unausgewogen und nehmen zu wenig Protein zu sich — insbesondere beim Frühstück und beim Mittagessen in der Schule. Gleichzeitig steigt das Interesse am Muskelaufbau und Krafttraining bei Jugendlichen ab 14–16 Jahren stark an. Eine ausgewogene Proteinzufuhr unterstützt nicht nur den Muskelaufbau, sondern auch die kognitive Entwicklung, das Immunsystem und die hormonelle Reifung. Proteinpulver kann als Ergänzung sinnvoll sein, ersetzt aber keine ausgewogene Ernährung mit natürlichen Proteinquellen.
Wissenschaftlicher Hintergrund
Die American Academy of Pediatrics (AAP) und die International Society of Sports Nutrition empfehlen für sportlich aktive Jugendliche 1,2–1,8 g Protein pro kg Körpergewicht pro Tag (Desbrow et al., 2014). Eine Studie von Boisseau et al. (2007) im British Journal of Sports Medicine zeigte, dass jugendliche Athleten im Schnitt nur 1,0–1,2 g/kg konsumieren — deutlich unter dem Optimum für sportliche Leistung und Wachstum.
Elango et al. (2011) ermittelten mittels der Indikator-Aminosäure-Oxidations-Methode (IAAO), dass der tatsächliche Proteinbedarf von Jugendlichen im Wachstum bei 1,2–1,5 g/kg liegt — signifikant höher als die damalige RDA von 0,85 g/kg. Für trainierende Jugendliche liegt der Bedarf mit 1,4–1,8 g/kg noch darüber. Wichtig: Die Studien zeigen keine negativen Effekte auf Nieren oder Knochen bei diesen Mengen.
Studie (Elango et al., 2011, IAAO-Methode): Der tatsächliche Proteinbedarf wachsender Jugendlicher liegt bei 1,2–1,5 g/kg/Tag — 40–80% höher als die damalige RDA von 0,85 g/kg.