Kreatin ist das Supplement Nummer eins für Kraftsportler — und das aus gutem Grund. Im Kraftsport arbeitet die Muskulatur primär im anaerob-alaktaziden Energiesystem, das direkt auf Kreatinphosphat als Energiequelle angewiesen ist. Vollständig gefüllte Kreatinspeicher bedeuten mehr verfügbare Energie für schwere Sätze, schnellere Regeneration zwischen den Sätzen und letztendlich mehr Trainingsvolumen — der wichtigste Treiber für Muskel- und Kraftzuwächse.
Für Kraftsportler, die 4–6 Mal pro Woche trainieren, ist die Kreatin-Supplementierung besonders wertvoll. Bei hoher Trainingsfrequenz werden die Kreatinspeicher stärker beansprucht, und die Regeneration zwischen den Einheiten wird zum limitierenden Faktor. Kreatin beschleunigt die Resynthese von Kreatinphosphat nach dem Training und ermöglicht so eine höhere Trainingsqualität über die gesamte Woche hinweg.
Wissenschaftlicher Hintergrund
Rawson & Volek (2003) analysierten 22 Studien zur Kreatin-Supplementierung im Kraftsport und fanden eine durchschnittliche Steigerung der Maximalkraft (1RM) um 8 % und der Kraftausdauer (Wiederholungen bis zum Versagen) um 14 %. Die stärksten Effekte traten bei Übungen auf, die große Muskelgruppen beanspruchen: Kniebeugen (+8,7 %), Bankdrücken (+6,4 %) und Kreuzheben (+9,2 %).
Lanhers et al. (2017) bestätigten in einer Metaanalyse mit 60 Studien, dass Kreatin die obere Körperkraft um 5,3 % und die untere Körperkraft um 5,9 % steigert. Entscheidend: Der Effekt war bei trainierten Kraftsportlern und Anfängern gleichermaßen signifikant, wobei die absolute Kraftsteigerung bei trainierten Sportlern natürlich höher ausfiel.
Metaanalyse (Rawson & Volek, 2003): Kreatin steigert die Maximalkraft bei Kniebeugen um 8,7 %, bei Bankdrücken um 6,4 % und bei Kreuzheben um 9,2 %.